Nikolas Gambaroff

 


 

 



PRESSEINFO / PRESS RELEASE

(English version below)

 

Tales from the Crypt

 

40

 

All Winners

 

30. April – 6. Juni, 2014, Eröffnung: Dienstag, 29. April 20.00 Uhr 18 – 20 Uhr

 

Submariner

 

Die Galerie Meyer Kainer freut sich, die erste Einzelausstellung von Nikolas Gambaroff in Wien zu zeigen.

 

50

 

Witches Tales

 

In den letzten Jahren ist Nikolas Gambaroff in erster Linie als Maler in Erscheinung getreten. Man könnte sagen als ‚unterdrückter' Maler, beinahe im wörtlichen Sinn, weil die Farbe, die in seinen Arbeiten verwendet wird, eigentlich zwischen Schichten von Drucksachen wie Zeitungspapier, Supermarktplakaten oder Gutscheinen eingeschlossen ist oder weil, wie 2013 in einer Reihe von Arbeiten auf Farbe ganz verzichtet wird. Diese Bilder aus reflektierender Polyester-Fensterfolie mit angesengter Oberfläche spiegeln die Umgebung und sie bilden auch – stellt man sich den Herstellungsprozess im Atelier des Künstlers vor – ein ungemein passendes Setting für narzisstische Beschäftigungen. Das Bild blickt während der Arbeit beständig auf den Künstler zurück, wird als der Künstler selbst projiziert: eine Endlosschlaufe in die Ego-Ewigkeit, eine Selfie-Maschine sozusagen.

Tales from the Tomb

 

Lassen Sie mich versuchen, dies noch einmal neu zu fassen.

 

60

 

Fantastic Four

 

Der Loop oder ein widersprüchliches, spannungsgeladenes Verhältnis zur Wiederholung könnte als Schlüsselmoment in der Arbeit des Künstlers genannt werden... An dieser Stelle sollte man vielleicht die Profis zu Wort kommen lassen.

 

The incredible Hulk

 

Fig. 1)
Gambaroffs Arbeit befasst sich sowohl mit den Produktions- und Präsentationsweisen von Malerei, als auch mit ihrer Position als dominantes Zeichen von Kunst. In den letzten Jahren hat er eine Decollage-Technik angewendet, bei der er massenhaft produzierte Materialien wie Zeitungspapier, Werbe- und Supermarktplakate benutzt. Gambaroff schichtet seine Materialien. Zwischen die Schichten trägt er Farbe in Form von malerischen Motiven auf, etwa handschriftliche Linien (ähnlich den ‚leeren' Schriftzeichen, die an Hanne Darbovens Bögen oder Cy Twomblys Kritzel erinnern), Alphabet Monogramms oder abstrakte Pinselstriche. Gemäß der reduktiven Art Markierung zu setzen, entfernt er anschließend Teile der Oberfläche, um die darunter liegenden Schichten freizulegen. Zeitungspapier und Plakate führen die Sprache der Massenmedien in die Arbeiten ein und verweisen auf die Geschichte der Malerei als dominante Form der bildlichen Repräsentation. Bekannte Schlagzeilen, öffentliche Persönlichkeiten, Filmankündigungen und Luxuswaren, die teilweise zwischen den collagierten Schichten zu erkennen sind, lassen Text und Bild in sinnlose Fragmente kollabieren.

 

Fig. 2)
Nikolas Gambaroffs Arbeit beschäftigt sich mit Formen von Display, Distribution und Autorschaft und mit Malerei als kulturelles Objekt. Gambaroff konstruiert seine Bilder in einem Prozess, in dem Markierungen oder Motive zwischen Schichten collagierter und zerrissener Druckerzeugnisse (oft Zeitungspapier) und Gesso auf Leinwand oder Platten gesetzt werden. Bekannte Schlagzeilen, öffentliche Persönlichkeiten, Filmankündigungen und Luxuswaren sind teilweise zwischen den collagierten Schichten von Zeitungspapier sichtbar, wobei der Einsatz der Sprache der Massenkonsums, die bestehende Struktur von Text und Bild kollabieren lässt.

 

Gambaroff befasst sich mit Fragen der künstlerischen Produktion, angefangen bei dem sozialen und ökonomischen Wert von Malerei bis hin zu den vielfältigen Prozessen ihrer Konstruktion und Rezeption. Gambaroffs Arbeiten kreisen um die Tropen künstlerischer Produktion. Sie beschreiben einen Bogen von einem subjektiv malerischen Selbstausdruck zu standardisierten Verfahren einer konzeptionellen Praxis.

 

70

 

The Loosers

 

Ich erkenne die Versuchung, aber kann es das wirklich sein?

 

Silver Surfer

 

In dieser Ausstellung zeigt Gambaroff eine Auswahl neuer Bilder. Im Unterschied zu früheren Iterationen von Malerei (Zeitungspapier und Plakate), scheint diese neue Serie von Bildern nicht ein Hier und Jetzt (dargestellt in einem Index der aktuellen Ereignisse und Gegebenheiten) zu fokussieren, sondern vielmehr eine Zeitspanne, die sich in Form verschiedener Comic-Hefte materialisiert, zu umfassen. Die Comic-Hefte werden offensichtlich (ohne besonderes gemeinsames Thema) verwendet, um einen Zeitraum von den 1940er Jahren bis heute zu beschreiben.

 

Warum aber diese Verschiebung des Fokus' von einem Hier und Jetzt (bisher war es Gambaroffs Praxis, für die Produktion seiner Bilder jeweils die aktuelle Zeitung des Tages zu nehmen) zu einem retrospektiven Blick auf den Werdegang der Comic-Hefte mit all ihren fiktiven Erzählungen und phantastischen Elementen?

 

80

 

Swamp Thing

 

(Die Frage muss zum jetzigen Zeitpunkt unbeantwortet bleiben, gesagt sei nur, dass diese Malerei Bildfeld um Bildfeld um Bildfeld eröffnet. Bild und Aussage. Sprache als Zeichen.)

 

Animal Man

 

In der Ausstellung gibt es auch mehrere Tische, die der Künstler als "Spiele" bezeichnet. Es scheint sich um Spielaufbauten oder modellhafte Konstellationen zu handeln. Die Tischplatten bestehen aus auf Aluminiumteleskopbeine gelegten Bildern. Außerdem gibt es Holz- und Acrylspielfiguren in unterschiedlichen Gruppierungen und Formationen. Diese schematischen Remakes sozialer Sphären können von den Besucher/innen während der Öffnungszeiten immer wieder verändert und neu angeordnet werden.

 

Watchmen

 

Gambaroff schlägt der Betrachterin/dem Betrachter vor, sich mit den Figuren zu identifizieren und imaginäre oder reale soziale Kontexte innerhalb der Grenzen der Tische zu arrangieren. Jeder Tisch will die ganze Welt in sich selbst sein – oder ein diagrammatisches Schema davon. Das Innere ist alles, das Außen eine Leerstelle.

 

90

 

Hardboiled

 

(Um es in seinen eigenen Worten zu sagen: der Künstler meint, "es wäre hilfreich, sich diese Settings als soziale Bereiche vorzustellen, als Konstellationen und Haltungen, Gruppendynamiken und unterschwellige Machtkämpfe. Vielleicht finden sich die Betrachter/innen in demselben Spiel wieder wie ich, beschäftigt mit einem schematischen Entwurf des Sozialen und dem Versuch, Diagramme unserer gesellschaftlichen Umgebung herzustellen. Psycho-Bildhauerei.")

 

2000

 

Y the last man

 

Gambaroff wurde 1979 in Deutschland geboren und lebt und arbeitet in New York und Los Angeles. Er hat an der Universität der Künste in Berlin studiert und einen MFA am Bard College in New York erworben. Letzte Einzelausstellungen: Gio Marconi in Mailand, The Power Station in Dallas, White Cube in London und Balice Hertling in Paris. Die Arbeiten des Künstlers sind in Ausstellungen im Museum of Modern Art in New York, dem Museum of Contemporary Art in Chicago, dem Sculpture Center, dem New Museum und dem Whitney Museum of American Art in New York gezeigt worden, sowie u. a. im ZKM, Karlsruhe und dem Künstlerhaus, Halle für Kunst & Medien, Graz. Gambaroffs Arbeiten sind in öffentlichen Sammlungen des Museum of Modern Art, New York und des Museum of Contemporary Art, Chicago vertreten.

 

Ex Machina

 

TBC

 

(Übersetzung aus dem Englischen)

 

 

Tales from the Crypt

40

 

All Winners

 

April 30th – June 6th, 2014 opening reception: Tuesday, April 29th, 6-8pm

 

Submariner

 

Meyer Kainer is pleased to present Nikolas Gambaroff's first solo exhibition in Vienna.

 

50

 

Witches Tales

 

In recent years, Nikolas Gambaroff has mainly appeared as a painter. One could speak of a repressed painter, sometimes in a literal sense, as the actual paint used within his artworks is enclosed between the layers of printed matter, such as newsprint, supermarket posters or coupons; or, as seen in a recent series of works shown in 2013, paint is absent altogether. Here paintings were composed of reflective polyester window film, singed into shape and texture, reflecting the environment and - if imagined in the artist studio during the process of making - providing an excellent sphere for narcissistic engagement. During the production process, the painting is constantly looking back at the artist, imaged as the artist himself, creating a feedback loop into ego-eternity. A selfie machine so to say.

 

Tales from the Tomb

 

Let me try to re-phrase this.

 

60

 

Fantastic Four

 

The loop or a conflicted, tension-ridden relation to repetition could be named as a key moment in the artist's work... Maybe it would be best to let the professionals take a shot at it.

 

The incredible Hulk

 

Fig. 1)

 

Gambaroff's work addresses the production and display of painting, as well as its position as the dominant sign of art. In recent years he has employed a decollage technique using mass-produced materials, such as newsprint, advertisements and supermarket posters. Gambaroff layers his materials, applying paint between the layers in the form of painterly motifs, such as cursive writing like lines (akin to a mute writing; reminiscent of Hanne Darboven's script like waves or Cy Twombly's scribbles) or alphabets (monograms), and abstract brushstrokes. With this reductive means of mark making, he then removes portions of the surface to expose the underlaying layers.

 

The newsprint and posters imbue the works with the language of mass media, relating to painting's history as a dominant form of pictorial representation. Familiar headlines, public figures, movie ads and luxury merchandise are partially revealed within the collaged layers, collapsing the text and images into nonsensical fragments.

 

Fig. 2)

 

Nikolas Gambaroff's work deals with modes of display, distribution, authorship, and the painting as cultural object. Gambaroff's paintings are constructed through a process of embedding marks or motifs within layers of collaged and torn printed matter (often newsprint) and gesso on canvas or panel. Familiar headlines, public figures, movie ads, and luxury merchandise are partially revealed within the collaged layers of newsprint, engaging the language of mass consumption and collapsing the existing structure of text and image.

 

Gambaroff addresses issues of artistic production, from the social and economic value of painting to the varied processes of its construction and reception. Gambaroff's work cycles through the tropes of artistic production, describing an arc from subjective painterly self-expression to the standardized procedures of a more conceptual practice.

 

70

 

The Losers

 

I see the temptation, but can this really be it?

 

Silver Surfer

 

For this exhibition, Gambaroff presents a selection of new paintings. Differing from former iterations of paintings (newsprint and poster), this new series of paintings seems not to be focussed on a mediated here and now (represented in an index of current events and realities) but rather to frame a materialized body of time in the form of different examples of comic books.. Used are comic books seemingly chosen (with no particular theme in common) to describe a timeline from the 40s up until now. Why this change of focus from a here and now (it was Gambaroff's practice to use the newspaper of the day he made his paintings) to a retrospective look at the trajectory of comic books with all their fictional narratives and fantastical elements?

 

80

 

Swamp Thing

 

(This question will need to stay un-answered for now, what can be said is that these paintings open up frames upon frames upon frames. Images and utterances. Speech as a sign.)

 

Animal Man

 

The show also incorporates several tables that the artist refers to as "games". They appear to be game settings or model constellations. These table settings are made out of paintings standing on aluminum telescopic legs, as well as wooden and acrylic game figures that are arranged in constellations, groupings, formations. These schematic remakes of social spheres can be manipulated and rearranged by the public during the opening hours of the show.

 

Watchmen

 

Gambaroff suggests the viewer identify with the figures and arrange imaginary or real social contexts within the limits of the tables. Each table wants to be the whole world within itself – a diagrammatic scheme of it. The inside is everything, the outside as a void.

 

90

 

Hardboiled

 

(In his own words, the artist thinks, "it would be helpful to imagine these settings as social spheres, imagining constellations and attitudes, group dynamics and underlying power struggles. Maybe the viewers find themselves in the same game as me, engaged in a schematic modeling of the social, trying to make diagrams of our social surroundings. Psycho-Sculpting.")

 

2000

 

Y the last man

 

Gambaroff was born in Germany in 1979, and currently lives and works in New York and Los Angeles. He studied at the University of the Arts in Berlin, and received an MFA from Bard College in New York. Recent solo exhibitions include: Gio Marconi in Milan, The Power Station in Dallas, White Cube in London, and Balice Hertling in Paris. The artist's work has been included in exhibitions at the Museum of Modern Art in New York, the Museum of Contemporary Art in Chicago, the Sculpture Center in New York, the New Museum in New York, and the Whitney Museum of American Art in New York, the ZKM, Karlsruhe, Künstlerhaus, Halle fur Kunst & Medien, Graz among others. Gambaroff's work is held in public collections at the Museum of Modern Art, New York and The Museum of Contemporary Art, Chicago.

 

Ex Machina

 

TBC

 

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