curated by_Matthew Higgs

 

Eröffnung/Opening: 8. 5. 2009, 6 – 12 pm
Ausstellungsdauer/Exhibition duration: 6. 5. – 6. 6. 2009

 

PRESSEINFO/PRESS RELEASE

(English version below)

 

Correspondences

 

"Correspondences" ist eine Serie von fünf eigenständigen Zwei–Personen Ausstellungen, die jeweils den generationenübergreifenden Dialog zweier Künstler und ihres künstlerischen Schaffens in den Mittelpunkt stellen. Die kuratorische Strategie, mit einer Gegenüberstellung von künstlerischen Positionen Begegnungen herbeizuführen, lässt sich in den letzten zehn Jahren verstärkt beobachten. Als Ausgangspunkt kann sicherlich auf die documenta X im Jahr 1997 verwiesen werden, als deren damalige Leiterin, Catherine David, ihr Ausstellungskonzept mit den Begriff der "Retro–Perspektive" beschrieb. David zeigte verschiedene Künstler, deren Werke bestimmte Eigenschaften aufwiesen, die stellvertretend für die jeweilige Entstehungszeit als charakteristisch galten. Seither haben sowohl Künstler als auch Kuratoren diese "Korrespondenzen" bewusst eingesetzt, um Ausgangspunkt, Tradition und Zukunft der künstlerischen Arbeit zu thematisieren.

 

Die fünf eigenständigen Ausstellungen in "Correspondences" sind in ihrer jeweiligen Thematik ganz unterschiedlich: Am Beispiel von Janice Guy und Anne Collier werden die Selbstreflexivität und mimetische Dimension des Mediums der Fotografie verhandelt, während die Arbeiten von Jan Groover und Eileen Quinlan den Einfluss und die Nachwirkungen der Moderne auf die Fotografie der amerikanischen Nachkriegsära thematisieren. Anders bei den Werken von Rita Ackermann und John Stezaker. Fokussiert wird hier die formale und psychologische Brechung, angelegt in der Methodik der Collage. Und während Karl Holmqvist und Christopher Knowles über die Figur des Künstlers als Performer und das Kunstwerk als dessen performatives Dokument diskutieren, tauschen sich Noam Rapport und B. Wurtz über die Alltagspoetik (Poetik des Alltäglichen) als informellen Formalismus aus.

 

Die zehn in "Correspondences" gezeigten Künstler repräsentieren keine bestimmte Strömung oder Kunstrichtung. Unterschiedlich in Alter, Erfahrung und Ausrichtung sind ihre Werke unabhängig voneinander und unter jeweils anderen Bedingungen entstanden. Jede Ausstellung für sich – also jede der fünf Paarungen bzw. Gegenüberstellungen – fokussiert die individuelle Ausgangssituation der jeweiligen Künstler, aber auch deren gemeinsames Anliegen in der künstlerischen Auseinandersetzung. "Correspondences" verfolgt also nicht das Ziel, ein Gleichgewicht herzustellen. Vielmehr verbindet sich mit dem Ausstellungskonzept die Hoffnung, in der Gegenüberstellung unterschiedlicher Künstlerpositionen Denkräume zu öffnen, die sich über Grenzen oder Kategorisierungen wie Herkunft und Generation hinwegsetzen und somit ein neues Nachdenken, eine neue Auseinandersetzung mit Kunst ermöglichen. Der Titel ist also gleichzeitig das Motto und Zielsetzung der Ausstellung, die jenen nachhaltigen Austausch in Gang setzen möchte, der das Entstehen und die Entwicklung neuer Ideen erst möglich macht.

 

Künstler:
Rita Ackermann, Anne Collier, Jan Groover, Janice Guy, Karl Holmqvist, Christopher Knowles, Eileen Quinlan, Noam Rappaport, John Stezaker, B. Wurtz

 

Text: Matthew Higgs
curatedby.at

 

Correspondences

 

'Correspondences' is a series of five discrete two–person exhibitions that each takes the form of a cross–generational 'conversation' between artists and artworks. Over the past decade or so, inter–generational approaches to exhibition making have become more widespread. (Catherine David's influential Documenta X in 1997 was perhaps a defining moment, in which she introduced a series of idiosyncratic historical artistic positions into her exhibition through what she termed 'retro–perspectives.') Since then both artists and curators have accelerated and amplified this dialogue, seeking to establish and explore a more complex lineage (and progeny) for current artistic production.

 

The five individual exhibitions that comprise 'Correspondences' differ significantly from one another. Variously they consider photography's self–reflexive and mimetic dimension (Janice Guy and Anne Collier); the impact and legacy of the modernist project on post–war American photography (Jan Groover and Eileen Quinlan); the formal and psychological rupture inherent in collage (Rita Ackermann and John Stezaker); the figure of the artist as performer and the artwork as a form of performative document (Karl Holmqvist and Christopher Knowles); and the everyday poetics of a kind of informal formalism (Noam Rappaport and B. Wurtz.)

 

The ten artists in 'Correspondences' do not represent a tendency or movement. Distinguished by age, experience, and intentions their works have evolved independently and have been produced in highly specific contexts. Each exhibition - each pairing or juxtaposition - privileges points of departure as much as shared concerns. The intention ultimately is not to establish a form of equivalence, rather the hope is that in considering the spaces between each artist and work – differences informed by the individual artist's origins and intentions – a new conversation might emerge. 'Correspondences' – as the exhibition's title suggests – is intended as an unfolding and ongoing exchange, one that underscores the persistent flux in which ideas both emerge and evolve.

 

Artists:
Rita Ackermann, Anne Collier, Jan Groover, Janice Guy, Karl Holmqvist, Christopher Knowles, Eileen Quinlan, Noam Rappaport, John Stezaker, B. Wurtz

 

Text: Matthew Higgs
curatedby.at

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